Ihr Arbeitsvertrag von janolaw -

Individuelle Gestaltung der Vertragsinhalte

Tipp 1: Die Form des Arbeitsvertrages

Der Arbeitsvertrag kann wirksam mündlich abgeschlossen werden. Es reicht rechtlich sogar aus, dass der Arbeitnehmer die Arbeit aufnimmt und der Arbeitgeber ihn bezahlt - ohne Worte. Nimmt der taubstumme Bauarbeiter also die Schippe in die Hand, und schippt den Sand von der rechten auf die linke Seite und zahlt ihm der Chef hierfür eine Vergütung, ist zwischen den beiden ein Arbeitsvertrag zustande gekommen.

Es ist allerdings aus mehreren Gründen nicht ratsam, einen Vertrag auf diese Art und Weise zu schließen:

 

  1. Verstoß gegen das Nachweisgesetz: Nach dem Nachweisgesetz ist der Arbeitgeber verpflichtet, spätestens einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen. Diese Niederschrift muss er unterschreiben und dem Arbeitnehmer aushändigen. Verstößt der Arbeitgeber gegen diese Pflichten hat dies aber erst einmal keine Auswirkungen. Der Arbeitsvertrag ist dennoch gültig. Möglich - wenn auch selten - ist, dass der Arbeitnehmer einen Schadensersatzanspruch gegen den Arbeitgeber geltend macht. Hierzu müsste er allerdings beweisen, dass ihm durch die Verletzung der Pflichten aus dem Nachweisgesetz ein Schaden entstanden ist.

 

  1. Die Befristung eines Arbeitsvertrages darf zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform. In dem oben genannten Bauarbeiterbeispiel wäre also ein unbefristeter Arbeitsvertrag zustande gekommen, selbst wenn der Arbeitgeber dem Bauarbeiter gesagt (oder durch sein Verhalten zu erkennen gegeben hätte), dass er mit dem Versetzen des Sandhaufens zufrieden ist und seiner Dienste nicht mehr bedarf. Auch eine Kündigung bedarf zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform, so dass im schlimmsten Fall der Arbeitnehmer Monate später seinen Lohn verlangen kann.

 

  1. Beweissicherung: Selbst wenn man die oben genannten Probleme außer Acht lässt, bietet sich für beiden Seiten ganz allgemein der Abschluss eines schriftlichen Arbeitsvertrages zur Beweissicherung an. Der Arbeitnehmer kann so z. B. die Höhe seines Lohns beweisen und der Arbeitgeber kann z. B. beweisen, dass der Arbeitnehmer auch zum Schneeschippen verpflichtet ist.

 

Rechtsgrundlagen:
§ 2 Abs. 1 Nachweisgesetz (NachwG)
§ 14 Abs. 4 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG)
§ 623 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)